Vom Künstler zum Rind

Landvergnügen – schöner steht man selten.

Bei dem Titel fragt man sich „was ist denn da schief gelaufen“, doch ich versichere euch das alles mit rechten Dingen zugeht. Denn ich möchte euch einfach vom letzten Wochenende berichten, an dem ich wieder mit dem Landvergnügen Stellplatzführer unterwegs war. Am Ende werdet ihr den Sinn des Titels verstehen.

Am Freitag ging es für mich direkt nach Feierabend hinters Steuer und ca. 80km Richtung Norden in das beschauliche Scholen (Landkreis Diepholz). Hier liegt der hübsche Atelierhof Scholen 53 der von Sabine und Sabine betrieben wird.

Es herrschte typisches April Wetter. Sonne, Wolken und Schneeschauer. Also kein vergleich zum letzten Wochenende.

Bei meiner Ankunft begrüßte mich Sabine. Sie führte mich durch ihre Töpferwerkstatt und den anschließenden Ausstellungsraum. Kunstvolle Vasen, Tassen und Schalen reihten sich hier aneinander und der soeben angeschmissene Brennofen füllte den Raum mit Wärme.

Im Anschluss führte mich Sabine in den angrenzenden Kräutergarten. Nach Themen sortiert lassen sich hier allerlei Kräuter finden. Noch ist es früh im Jahr und die meisten Kräuter stecken gerade so den Kopf aus der Erde. Sabine und der Garten warten dringend auf Regen so das die Pflanzen wachsen können.

Direkt neben den Garten befindet sich ein verwünschelter Garten mit Obstbäumen, Vogelhäusern, Bienenstock und allerlei informativen Tafeln zur vorhandenen Vegetation. Von dort geht es durch ein kleines hölzernes Gartentor auf eine Wiese die von Bäumen umsäumt ist. Auf dieser Wiese darf ich heute Nacht schlafen.

Ich parkte meinen kleinen Camper und kochte mir sofort den obligatorischen ersten Cappuccino während sich Sonne und Schneeschauer abwechselnd die Hand gaben.

Aus dem Fenster konnte ich auf der benachbarten Wiese Rehe beobachten die friedlich grasend am Waldrand standen. So ließ ich es mir für den Rest des Tages gut gehen.

Der nächste Morgen begann unverändert mit Schnee- und Graupelschauern. Von Zeit zu Zeit lugte die Sonne zwischen den vorbeiziehenden Wolken hervor.

Nach einem leckeren Rührei Frühstück hieß es für mich gegen 11.00 Uhr auf zum nächsten Hof. Sabine und Sabine habe ich leider nicht mehr angetroffen, dafür finden die beiden bei ihrer Rückkehr eine kleine Überraschung von mir im Briefkasten.

So ging es nun für mich ins 40 km entfernte Wildeshausen.
Hier liegt der Hof von Familie Joachimmeyer mit 140 schottischen Hochlandrindern.

Nachdem ich mich im Hofladen mit diversen Leckerrein eingedeckt hatte, gab es auch hier den obligatorischen „Ich-bin-da“ Cappuccino. (Ja man könnte sagen ich bekomme schlechte Laune wenn ich meinen Cappu nicht bekomme).

Dann ging es los den Hof und die umliegende Gegend zu erkunden.

Neugierig beäugten mich die Rinder auf meinem Spaziergang und dem ein oder anderen Bullen mag ich lieber nicht zu nah kommen, da mir die massigen Tiere doch ordentlich Respekt einflößten.

Am frühen Abend kam ich mit Rebecca ins Gespräch. Alle möglichen Fragen konnte sie mir beantworten und ich bin noch immer platt das sie tatsächlich von allen 140 Rinder die Namen kennt.

Noch mehr hat mich überrascht das die zotteligen Riesen mitunter auf ihren Namen hören.

Wie selbstverständlich kletterte Rebecca über den Zaun und stand inmitten der massigen Tiere mit ihren riesigen Hörnern. Olli, ein ca. einjähriger Jungbulle stand sofort Gewehr bei Fuß und ließ sich genüsslich den Hals kraulen und kuschelte sich an sie.

Ich bekam von Rebecca ein bisschen Futter in die Hand, welches ich Olli vorsichtig hin hielt. Gierig schling er die Leckerei runter und schleckte immer wieder mit seiner warmen, rauen Zunge über meine Handflächen.

Alleine für solche Momente bin ich glücklich und dankbar. Die tollen, unterschiedlichen Menschen denen man danke des Landvergnügen Stellplatzführers begegnet und den verschiedensten Erlebnissen die diese einem ermöglichen.

Bei meiner Abreise am nächsten Vormittag waren wieder alle ausgeflogen, so das ich auch hier nur wieder heimlich Osterhase spielen konnte, indem ich mein Dankeschön und eine Karte an die Windschutzscheibe eines Autos deponierte.

Über Ostern geht es nun erstmal wieder in meinen geliebten Norden nach Dänemark, so das es mit dem Landvergnügen erste wieder im Mai weitergeht.

Hier noch ein paar Bilder mit weiteren eindrücken meines Wochenendes.

Ein Kommentar bei „Vom Künstler zum Rind“

  1. Friederike Kuhlmann sagt: Antworten

    Schön geschrieben und schöne Fotos, auch in deinem vorherigen Beitrag von deinem Besuch bei den Alpakas. Interessante Erlebnisse. Macht Lust drauf selber mal hin zu fahren.
    Lg Ricky

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