Zauber der dunklen Jahreszeit – inkl. Tipps zu Polarlichtfotografie

Die meisten Reisenden besuchen Skandinavien im Sommer und bestaunen das Naturschauspiel der Mitternachtssonne.

Doch der Norden Skandinaviens hat auch das genaue Kontrastprogramm zu bieten.

Die Polarnacht welche von den Norwegern als „Mørketid“ bezeichnet wird.

Dieses ist die Zeit in der nördlich vom Polarkreis die Sonne nicht mehr über den Horizont klettert.

Doch die Vorurteile das während dieser Zeit Tagein Tagaus nur eine rabenschwarze Nacht herrscht sind nicht ganz richtig.

Die Tage und auch die Nächte wirken in dieser Zeit sehr viel heller als bei uns in Deutschland.

Straßen, Häuser und Gärten, Park- sowie Spielplätze und Pisten erstrahlen im Licht der Lampen und Laternen. Der Schnee welcher nicht nur die Welt ein wenig hübscher macht, reflektiert das Licht weiter und lässt die Dunkelheit noch heller erscheinen.

Das Licht in der Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang ist ein ganz spezielles.

Scheinbar stundenlang herrscht die Blå time, die blaue Stunde.

Ab Ende August, wenn die Tage wieder anfangen etwas kürzer zu werden kann man das Himmelsspektakel der Polarlichter beobachten.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Polarlichtern. Einmal die Aurora Borealis, das Nordlicht welches uns auf der Nordhalbkugel der Erde Freude bereitet.

Aber auch auf der Südhalbkugel rund um die Antarktis leuchten die Polarlichter. Hier werden sie als Aurora Australis (Südlichter) bezeichnet.

Die häufigste Farbe in der die Polarlichter auftreten ist grün und auch mir hat sich dieses Naturwunder erst in dieser einen Farbe gezeigt.

Doch wie bei einem Regenbogen sind auch andere Farben wie gelb, rot, türkis oder violett möglich.

Für mich persönlich war es das erste Mal sehr ergreifend die Bänder aus Licht am Himmel tanzen zu sehen.

Manchmal bewegen sich die Lichter langsam in Bändern, Bögen oder Halbkreisen um den Nordpol, und manchmal scheint der Himmel zu explodieren wie bei einem der schönsten Feuerwerke der Welt.

Scheinbar unvorhersehbar nehmen die Polarlichter neue Formen, Farben und Gestalten an.

Unberechenbar und auch launisch wie die Natur sein kann, können die Polarlichter von einer Sekunde auf die andere wieder verschwinden oder tanzen Minuten bis Stunden über den Horizont.

Jedes Mal aufs Neue zieht mich dieses Phänomen in seinen Bann.

Fasziniert starre ich in den Himmel beobachte die tanzenden Schleier und komme mir winzig klein vor.

Fotografien von Polarlichtern sehen immer wunderschön aus, doch jeder der das Himmelsspektakel schon einmal selbst erlebt hat kann bestätigen, so wie auf den Bildern ist es nicht in Wirklichkeit.

Polarlichter leben von der Bewegung des Lichtes.

Aber wie gesagt, Fotos von Polarlichtern sind traumhaft. Aus diesem Grund möchte ich euch für eure ersten Polarlichtfotos ein paar Tipps mit an die Hand geben.

Was braucht ihr für eine Polarlicht – Fototour?

  • Eine Spiegelreflexkamera oder eine andere Kamera bei der sich die Blende, ISO und Belichtungszeit manuell einstellen lassen
  • Ein Stativ
  • Ggf. einen Fernauslöser (persönlich habe ich immer den Selbstauslöser verwendet)
  • Eine Taschen- oder Stirnlampe
  • Warme Kleidung und warme Winterstiefel
  • Volle Akkus
  • Ggf. eine Thermoskanne mit Heißgetränken

Bei der Suche nach dem richtigen Ort sollte man ein paar Faktoren berücksichtigen.

Sucht euch eine Stelle aus an der es möglichst dunkel ist.

Auch ein fester Untergrund ist von Vorteil. Bei einem Holzsteg der bei jedem Schritt wackelt werden auch eure Fotos verwackelt sein.

Des Weiteren solltet ihr bei der Wahl der richtigen Stelle auch auf die richtige Motivwahl achten.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt warum ihr auf die Motivwahl achten sollt, wenn euer Motiv doch das Polarlicht sein soll.

Das Ganze hat damit zu tun, das die Polarlichtbilder auf denen im Vorder- oder Hintergrund noch Häuser, Berge, ein See, etc. zu sehen sind, viel spannender aussehen.

Gerade wenn Wasser mit im Spiel ist, können sich die Polarlichter darin wunderschön spiegeln und für einen extra Effekt sorgen.

Auch ein beleuchtetes Haus kann im Bildaufbau ein interessanter Zusatz sein.

Doch wie muss ich nun meine Kamera einstellen?

  • Bildstabilisator und Blitz ausschalten
  • Schalte deine Kamera von Auto- auf manuellen Fokus
  • sucht euch in der Ferne einen Punkt den ihr manuell fokussieren könnt
  • Blende aufdrehen damit in der Dunkelheit möglichst viel Licht eingefangen werden kann
  • Fern- oder Selbstauslöser verwenden
  • Grundsätzlich gilt, je niedriger die ISO desto geringer ist das Bildrauschen und so satter die Farben. Je niedriger die ISO jedoch ist, desto höher muss die Belichtungszeit sein.

Somit muss man je nach Stärke der Polarlichter und des Umgebungslichtes immer etwas ausprobieren und Testaufnahmen machen, bis man seine richtigen Einstellungen für die aktuelle Situation gefunden hat.

Versucht es doch mal mit diesen Grundeinstellungen und fangt an zu variieren.

  • ISO-600
  • Blende 3,5
  • Belichtungszeit 20 Sek.

Und sollte es mit dem fotografieren doch nicht so funktionieren, seid nicht traurig, für einen selbst bringt es 1000x mehr, wenn man nicht durch den Sucher der Kamera guckt.

Ein Kommentar bei „Zauber der dunklen Jahreszeit – inkl. Tipps zu Polarlichtfotografie“

  1. Wieder mit sehr viel Liebe zum Detail geschrieben. Und bei der ausführlichen Erklärung des Fotografierens würde selbst ich mich als Laie herantrauen.
    Auch die Bilder wieder sehr eindrucksvoll!

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